Abheben mit dem Industrial Internet of Things

Die Produktion optimieren, Kosten sparen, die Customer Experience verbessern oder neue Geschäftsmodelle entwickeln: Das Potenzial von IoT für die Industrie ist immens. Wer die neuen Chancen nutzen möchte, braucht nicht aufwändig zu programmieren. Mithilfe einer guten IoT-Plattform können Unternehmen schnell und einfach Projekte umsetzen – und sich in neue Dimensionen aufschwingen.

Das Industrial Internet of Things (IIoT) ist das Internet der Dinge für den industriellen Bereich. Während man im „normalen“ IoT meist Anwendungsfälle aus anderen Kundensegmenten zusammenfasst, etwa Smart City oder Smart Home, geht es beim IIoT um die Vernetzung von Objekten oder Arbeitsmitteln im Unternehmen. Das ermöglicht es, automatisiert verschiedene Prozesse zu analysieren, zu überwachen und zu optimieren. Dafür werden Produktionsmaschinen und Geräte mit Sensoren ausgestattet, die Daten sammeln und zur Auswertung bereitstellen. Über eine Cloud-Plattform lassen sich dann sämtliche Daten und Abläufe visualisieren und automatisierte Maßnahmen definieren.

Gute Aussichten für den IIoT-Markt

IIoT birgt großes Potenzial für die deutsche Wirtschaft. Nicht umsonst wird es auch Industrie 4.0 genannt: die vierte industrielle Revolution. Unternehmen können damit zum Beispiel ihre Prozesse optimieren und so erhebliche Kosten sparen. Durch die vernetzte Produktion sind sie zudem in der Lage, individuelle Produkte in Losgröße 1 kostengünstig herzustellen oder die Lieferketten zu verbessern. Das steigert die Customer Experience. Nicht zuletzt bietet IIoT die Chance, völlig neue „As a Service“-Geschäftsmodelle  zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist das Industrie-4.0-Joint-Venture ADAMOS, bei dem sich führende Maschinenbauer und die Software AG zusammengeschlossen haben. Hier wird sich künftig noch viel tun. Laut einer aktuellen Studie des Verbands der Internetwirtschaft e.V. und Arthur D. Little wird sich der deutsche IIoT-Markt in den nächsten fünf Jahren mehr als verdoppeln auf zirka 16,8 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2022. Im internationalen Vergleich zählt Deutschland mit seiner breiten und innovativen Industriestruktur und der hohen Roboterdichte zu den größten Industrie-4.0-Märkten der Welt.

Klassische Anwendungsfälle

Zahlreiche Unternehmen können vom IIoT profitieren. Die Vorreiter sind jedoch der Anlagen- und Maschinenbau und die Automobilindustrie. Daher müssen die Sensoren die extremen Bedingungen in einem Produktionsumfeld aushalten, etwa große Hitze oder Staub. Ein typischer Use Case für IIoT ist das Condition Monitoring, also die Überwachung eines vernetzten Geräts, um einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten. Einen Schritt weiter geht Predictive Maintenance, die vorausschauende Wartung. Sie ermöglicht es, anhand von Daten vorherzusagen, wann zum Beispiel ein Maschinenteil ausgetauscht werden muss, bevor es überhaupt zu einer Störung kommt. Indem man Fehler im Betrieb und Materialschäden vermeidet, kann man erhebliche Kosten sparen. Außerdem lassen sich Investitionen für Reparaturen oder den Neukauf einer Maschine präzise vorausplanen.

Ein IIoT-Projekt umsetzen: Geschwindigkeit zählt!

Ganz wichtig ist: Unternehmen sollten ein erstes IIoT-Projekt möglichst schnell umsetzen. Denn wenn es sechs Monate oder länger dauert, bis Ergebnisse zu sehen sind, haben sich die Rahmen- oder Marktbedingungen vielleicht schon längst wieder geändert. Man muss nicht gleich die eierlegende Wollmilchsau entwickeln. Lieber klein starten und ein Projekt dann nach und nach ausbauen. Die Wahl der richtigen IIoT-Plattform ist essenziell. Sie muss skalierbar sein und sich einfach in die bestehende Infrastruktur integrieren lassen. Dafür muss sie entsprechende Schnittstellen bieten. Wenn sich im Verlauf eines Projekts zeigt, dass nicht alle erforderlichen Dienste über offene Schnittstellen angebunden werden können, drohen hohe Folgekosten.

Als Best Practices haben sich die schnelle Durchführung eines Proof of Concepts und die Entwicklung eines Minimum-Prototypen bewährt. Wichtig ist zudem, ein erweiterbares Data-Sharing-Konzept zu etablieren. Auch Datenschutz und Security müssen Unternehmen bei IIoT-Projekten von Anfang an auf allen Ebenen berücksichtigen. Bei der Infrastruktur empfiehlt es sich, auf die Sicherheit eines Tier-4-Rechenzentrums zurückzugreifen. Auf Anwendungs- und Geräteebene müssen alle Komponenten und Benutzer nach neuesten Standards authentifiziert und autorisiert werden. Zudem ist auf Verschlüsselung zu achten.

Aktuelle Trends: künstliche Intelligenz und Edge Computing

Künftig werden maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz (KI) in Industrie-4.0-Lösungen eine immer wichtigere Rolle spielen. Sie können Prozesse noch schneller machen und den Automatisierungsgrad erhöhen. Durchsetzen werden sich aber nur solche KI-Anwendungen, die ganz konkrete Probleme für einen spezifischen Anwenderkreis lösen. Ein weiterer wichtiger Technologie-Trend ist das Edge Computing, also die Möglichkeit, Daten schon am Entstehungsort zu analysieren. Gerade wenn große Datenmengen ausgewertet werden müssen oder eine Reaktion in Echtzeit erforderlich ist, wird Edge Computing unverzichtbar. Künftig sind also IIoT-Lösungen gefragt, die Edge- und Cloud-Computing verzahnen. Mit Cumulocity IoT sind Unternehmen bestens für die neuen Trends gerüstet.

Sie interessieren sich für weitere Anwendungsfälle und Beispiele aus der Praxis? Hier weiterlesen.

Bernd Groß

Bernd Groß

Bernd Groß ist Geschäftsführer der Cumulocity GmbH, einem Unternehmen der Software AG sowie dem weltweit führenden, unabhängigen Internet of Things (IoT) Software Plattform Provider mit Sitz in Düsseldorf. Mit fast 25 Jahren internationaler Erfahrung in der IT-Branche und in Managementpositionen, unter anderem in Großbritannien, Finnland und im Silicon Valley, USA, ist Bernd Groß einer der deutschen Pioniere und Vordenker im Bereich Digitalisierung, Cloud Computing, Internet der Dinge und Industrie 4.0
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