Am Beginn einer Revolution

Ohne Zweifel, die Digitalisierung verändert die gesamte Wirtschaft. Jene Unternehmen, die es in den nächsten Jahren schaffen, die damit einhergehenden Chancen zu nutzen, werden zu den Gewinnern der digitalen Transformation zählen. Besonders in der Logistik steht die große Revolution in Sachen Digitalisierung und IoT erst noch bevor. Dabei hilft es, den umfangreichen Anwendungsbereich des Internets der Dinge zuerst in Unterkategorien wie Flotten-, Transportation- und Warehouse-Management zu unterteilen und sich dort einzeln auf die Suche nach Optimierungspotenzialen zu machen.

IoT ist überall – und doch nicht greifbar. Es hilft, das Thema wörtlich zu nehmen: Es geht um Dinge. Eben diese Dinge können mit Sensoren ausgestattet werden, die unterschiedliche Werte messen können. Das erlaubt dem Anwender, Dinge zu orten, zu verwalten, zu steuern und Einfluss auf die Dinge und Prozesse zu nehmen. In einem weiteren Schritt gilt es, Daten auch in Zusammenhang zu setzen und mithilfe von Analytics-Lösungen nach neuen Informationen und Korrelationen zu suchen. Manchmal sind notwendige Sensoren schon eingebaut, wie etwa im Kühlschrank – geht die Tür auf, geht das Licht an. Sensorik in seiner einfachsten Form. Andere Dinge kann man mit einem Sensor ausstatten, um auch weniger offensichtliche Messwerte zu erhalten. Aufgrund der steigenden Nachfrage- und Produktionszahlen werden Sensoren jeglicher Art immer günstiger. Auch die Vielfalt von Sensoren für verschiedene Anforderungen steigt entsprechend.

Investitionen im IoT-Bereich sind für Unternehmen nicht nur sinnvoll, sondern auch unvermeidbar, wollen sie wettbewerbsfähig bleiben. Die Logistik-Branche wird hier nach Experteneinschätzungen einer der Vorreiter sein: Laut einer BCG-Studie werden Unternehmen aus dem Transport- und Logistik-Bereich bis zum Jahr 2020 jährlich 40 Milliarden Dollar für IoT-Technologie und Lösungen ausgeben, um ihre Supply Chain, ihre Fahrzeugbewegungen oder ihren Waren- und Güterverkehr zu optimieren.

Die grüne IoT-Wiese Logistik

In der Logistik bergen mehrere Bereiche großes Optimierungspotenzial, etwa das Flotten- und Transportmanagement, das Einsatzzeiten, Routen, aber auch Beladungen steuert. So hat ein großes deutsches Logistikunternehmen Sensoren an LKWs befestigt, die Geschwindigkeit, Ort und Neigungswinkel des Fahrzeugs ermitteln und in Echtzeit übertragen. Auf Basis dieser Daten erhalten die Fahrzeugführer – ergänzt um Verkehrsinformationen, Wetterdaten oder Treibstoffpreise – aktuelle Empfehlungen zu Fahrweise und -route. Dies erhöht einerseits die Sicherheit bei schwierigen Strecken und Wetterverhältnissen, etwa im Gebirge, und reduziert andererseits den Treibstoffverbrauch. In einem anderen Szenario können Sensoren den Ladezustand von Transportfahrzeugen oder Containern überwachen. Sie stellen zuverlässig und schnell fest, ob der Laderaum leer ist, ob noch Kapazitäten frei sind oder ob er bereits voll ausgelastet ist. So sind Logistik-Unternehmen über freies Volumen jederzeit im Bilde und können sowohl ihre Ladevorgänge als auch die folgenden Auslieferungsvorgänge optimieren. Zusätzlich erlaubt der Sensor die Auslösung eines Alarms, wenn Änderungen am Ladestatus erfolgen, wenn der Sensor beschädigt oder gar entfernt wird. Durch diese Transparenz können Diebstahlversuche umgehend erkannt werden, was wiederum die Sicherheit deutlich erhöht. Die Auswertung aller Faktoren und Übermittlung einer Empfehlung muss in Echtzeit vonstattengehen, damit die Verantwortlichen zeitnah geeignete Maßnahmen ergreifen können.

Auch im Transportation & Warehouse Management können IoT-Technologien Mehrwerte schaffen. Hier lässt sich wiederum mehrmals unterteilen, in welchen Disziplinen Hebel für Mehrwerte angesetzt werden können. In Sachen Diebstahlprävention können Sensoren etwa überprüfen, ob Container oder einzelne Pakete auf ihrer Reise oder während der Lieferung geöffnet wurden, Gewicht verloren haben oder Licht zu ungewöhnlichen Zeiten eingefallen ist – und wenn ja, wann. Durch Asset & Item Tracking wiederum können einzelne, Sensor-bestückte Gegenstände individuell geortet werden, selbst innerhalb eines Lagers, eines Hafens oder Flughafens. So kann die Position einer Lieferung exakt bestimmt werden. In Zukunft kann diese Exaktheit von Daten dabei helfen, dass sogar Drohnen die Ware vollautomatisch und zielsicher ausliefern. Über GPS- und Höhensensoren, Kameras und Navigationssysteme finden sie selbstständig die Zieladresse, etwa auf Inseln oder anderen abgelegenen Orten. Doch auch den Aspekt Arbeitssicherheit bringt das IoT voran: Sensorische Wearables können LKW-Fahrer beispielsweise vor Übermüdung warnen, andere Sensoren können die Überschreitung gefährlicher Grenzwerte giftiger Gase in einem Raum messen oder vor sich anbahnenden Kollisionen von Fahrzeugen, Personen oder Objekten warnen. Entsprechende Gegenmaßnahmen können, wenn nötig, automatisch erfolgen und Betroffene gewinnen so wertvolle Zeit.

Entscheidungen in Echtzeit

Verschiedenartige Daten in Echtzeit zu sammeln, zu korrelieren und auszuwerten, macht es wie bei den genannten Beispielen möglich, Entscheidungen schneller zu treffen und Folgeprozesse frühzeitig einzuleiten. Die technische Voraussetzung dafür ist die reibungslose Integration von Systemen, Anwendungen und Geräten. Dies gelingt bestmöglich auf einer agilen Plattform, auf der sich alle Anwendungen und Geräte über Standardschnittstellen anbinden und ein reibungsloser Datenfluss sicherstellen lassen. In dieser Plattform werden auch standardisierte Prozesse und Abläufe für bestimmte Ereignisse festgelegt. Dank der Verbindung der Integrationsplattform mit Echtzeittechnologien wie einer Streaming-Analytics-Plattform können auf Basis von Kontextinformationen und aktuellen Ereignissen anhand dynamischer Muster automatisch Entscheidungen getroffen und Verantwortliche entsprechend benachrichtigen werden. Falls also beispielsweise ein Paket aus einem unvermeidbaren Grund nicht bereits früh morgens sondern erst mittags zur Abholung bereit steht, kann dies dem Empfänger wie auch der Abholstelle mitgeteilt werden.

Das Internet der Dinge wird nicht nur die Geschäftsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette, sondern auch die Kundenerfahrung revolutionieren. Dazu müssen Logistikunternehmen nach wertschöpfenden Anwendungsfällen suchen und den Mut haben, schnell den Schritt aus der Konzeptionsphase heraus in die Umsetzung zu machen. Mit agiler und Plattform-basierter Technologie wird es ihnen gelingen, theoretische Überlegungen in praktische Anwendungsfälle umzuwandeln und den eigenen Reifegrad in Bezug auf das Internet der Dinge zu erhöhen.

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Mathias Mittmann

Mathias Mittmann

Business Consultant bei SAG Deutschland GmbH
Mathias Mittmann ist Business Consultant im Vertriebsbereich „Travel & Transport“ bei der SAG Deutschland GmbH. Zuvor studierte er BWL an der HTWG Konstanz und sammelte während seiner über 10-jährigen Laufbahn bei der Software AG Erfahrungen in internationalen Kundenprojekten. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Herausforderungen und Chancen, die die Digitalisierung auf die Reise, Transport- und Logistikbranche haben.
Mathias Mittmann

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