Bis 2050 und noch weiter…

Software AG hat in einer aktuellen Pressemitteilung eine einmalige Erklärung abgegeben: die Absicht, die Adabas und Natural-Kundenbasis über das Jahr 2050 hinaus zu unterstützen.

In meiner langen Karriere in der IT-Industrie ist dies ein einmaliger Vorgang. Etwas Vergleichbares habe ich bisher noch nicht erlebt, denn die Verkündung der Absicht, eine Kundeninvestition über einen Zeitraum von einem Dreiviertel-Jahrhundert hinweg zu unterstützen, ist wirklich außergewöhnlich. Adabas wurde 1972 auf den Markt gebracht und ist noch heute eine der schnellsten Datenbanken der Welt!

Es gibt also ein Leben außerhalb der Hype-Cycle. Die IT-Industrie sieht sich immer wieder vor großen Herausforderungen, und gerade jetzt haben wir es mit einer der größten zu tun: der Digitalisierung, einem echten Generationswechsel in der IT. Trotz der großen Umwälzungen, denen die IT-Industrie gegenübersteht, gilt es für Software-Hersteller nun daran zu arbeiten, kundgetane Absichtserklärungen zur Unterstützung geschäftskritischer IT in die Tat umzusetzen.

Genau wie die Macher von Star Trek Next Generation steht die gesamte IT-Industrie vor der Aufgabe,  die bisherigen Akteure durch  neue Gesichter zu ersetzen, um die jahrzehntelange Erfolgsstory und die Milliarden an Investitionen in einzigartige Businesslogik zu schützen und weiter zu entwickeln. IBM zum Beispiel schätzt, dass auch heute noch 350 Milliarden Zeilen COBOL-Code im Einsatz sind, die bis zu 30 Milliarden Transaktionen täglich durchführen, was einem Geschäftswert von einer Trillion Dollar pro Tag entspricht. Und auch heute vergeht in Deutschland und den meisten Ländern dieser Welt kein Tag, an dem wir nicht in Banken, auf Flügen, in der Bahn, in der Sozialversicherung oder bei anderen Behörden mit Adabas & Natural in Berührung kommen.

Diese IT-Infrastruktur erscheint in keinem Hype-Cycle mehr, hält aber unsere Welt am Laufen – und das hoffentlich auch noch in 50 und vielleicht sogar 100 Jahren.

Denn die Kosten und das Risiko, die mit einer Neuprogrammierung von z.B. 350 Milliarden Zeilen Code verbunden wären, sind enorm. Es gilt das Sprichwort: Hardware geht kaputt, wenn sie lange läuft – Software funktioniert, je länger sie läuft.

Somit ist es eine unserer Prioritäten der nächsten Dekade, eine neue Generation von Programmierern auszubilden, die daran arbeiten, diese gut geölten Maschinen am Laufen zu halten, was sich natürlich auf alle Programmiersprachen auswirken wird.

Die IT-Industrie ist die Wiege weltweiter Innovationen. Immer wieder werden neue Technologien geboren, von den „Early Adopters“ ausprobiert und dann entweder in den Markt katapultiert, oder sie verschwinden  in der Versenkung. Disruptive Technologien sind dazu da, Lebensqualität zu verbessern. Aber auch den langen (rechten) Arm der Hype-Cycle-Kurven darf man nicht aus den Augen verlieren. Es gibt Technologien, die schon seit Jahren und sogar Jahrzehnten eingesetzt werden, tief in der DNA der Unternehmen verwurzelt sind und zuverlässig Tag für Tag kritische Infrastrukturen betreiben und Umsätze generieren.

Genau das ist der Hintergrund unserer Adabas & Natural 2050 Agenda, die die Absicht verfolgt, Kunden bei der Rekrutierung und Ausbildung neuer Talente zu unterstützen, um geschäftskritische  Unternehmensanwendungen kontinuierlich zu managen, zu modernisieren und zu betreiben. Und dies ist keine Nebenrolle: Adabas & Natural spielen eine strategische Rolle bei der Digitalisierung von Unternehmen und Behörden, was auch immer der Hype-Cycle als nächstes bringen mag!

Damit haben Adabas & Natural wohl einen Platz in der „Software Hall of Fame“ verdient. Verneigen wir uns – und heißen die neue Generation unserer Entwickler herzlich willkommen!

Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

 


 

[1] Adabas-Performanz: liegt bei mehr als 1,1 Millionen Befehlen pro Sekunde. Wenn z.B. jeder Zuschauer eines Fußballspiels an einem Bundesliganachmittag gleichzeitig bei einer Bank, die mit Adabas läuft, den Kontostand per Mobiltelefon abfragen würde, käme die Antwort in weniger als einer Sekunde – falls das Netzwerk den Anfragen standhält.

 

Werner Rieche

Werner Rieche

Geschäftsführer bei SAG Deutschland GmbH
Werner Rieche schreibt als Experte zu den Themen "Digitalisierung Made-in-Germany", "Umgang und Nutzen großer Datenfluten", "Sicherheit von Daten" sowie "Einfluss und Rolle von Digitalisierungsthemen auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene". Er verfügt über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in der IT-Branche und ist Geschäftsführer der Software AG Deutschland. Digitalisierungsthemen beschäftigen ihn in diesem Rahmen alltäglich und auf strategischer Ebene.
Werner Rieche

2 Kommentare zu “Bis 2050 und noch weiter…”

  1. Stefan Macke sagt:

    Als langjährige Adabas-/Natural-Kunden sind wir über die Zusicherung der Unterstützung bis 2050 sehr froh. Unsere geschäftskritische Versicherungsanwendung läuft seit Jahren stabil mit Ababas/Natural. Dennoch hatten wir lange Zeit den Eindruck, dass die Software AG ihre eigentliche Kerntechnologie eher stiefmütterlich behandelt und mehr auf Trendthemen wie InMemory-Datenbanken und BigData setzt.

    Inzwischen sind wir aber – dem webMethods Integration Server sei Dank – auf dem besten Weg zur serviceorientierten Architektur mit Adabas/Natural als Herzstück der Geschäftslogik. Man kann also durchaus auch mit „alter“ Technologie neue Wege gehen und am Puls der Zeit bleiben.

    Jetzt gilt es „nur noch“, die neuen Generationen von Softwarewntwicklern von der Plattform zu überzeugen! Denn auch die beste Software nützt nicht mehr lange etwas, wenn sie nicht gepflegt und weiterentwickelt wird.

    • Werner Rieche sagt:

      Lieber Herr Macke,

      vielen Dank für Ihren Kommentar, der mich natürlich sehr freut. Wir arbeiten auch daran, die neue Entwicklergeneration zu überzeugen – das Thema „DevOps“ hilft uns dabei. Genaueres dazu können Sie hier in unserem Youtube-Video sehen – lassen Sie sich inspirieren:
      https://www.youtube.com/watch?v=anPG9_cuzvU

      Herzliche Grüße,
      Werner Rieche

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