Interview mit Dr. Heinrich Arnold von Detecon: IIoT-Projekte schneller umsetzen

Das Industrial Internet of Things (IIoT) ist ein zentrales Thema für deutsche Unternehmen. Doch wer vorne mit dabei sein will, muss Innovationen schnell umsetzen und auf den Geschäftsnutzen fokussieren. Die Management- und Technologieberatung Detecon unterstützt Unternehmen dabei, die richtigen Ideen, Architekturkonzepte und Implementierungen zu finden. Dabei setzt sie auf die Plattformen der Software AG. Über Status quo in Sachen IoT, aktuelle Herausforderungen und die neuen Digital Engineering Center haben wir mit Detecon-CEO Dr. Heinrich Arnold gesprochen.

Herr Dr. Arnold, wo stehen deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich in Sachen IoT?

Grundsätzlich sind wir gut aufgestellt. Es gibt kaum ein deutsches Unternehmen, das sich nicht mit dem Internet der Dinge auseinandersetzt. Laut einer aktuellen Studie von IDC planen 85 Prozent innerhalb der nächsten drei Jahre den Launch erster oder weiterer IoT-Lösungen. 80 Prozent der Befragten bewerten IoT als wichtig oder extrem wichtig. Damit nimmt das Thema bei Unternehmen in Deutschland sogar einen höheren Stellenwert ein als in anderen westeuropäischen Ländern. Auch bei den Ausgaben für IoT liegen die Deutschen im europäischen Vergleich vorne. International traut man uns in Sachen Digitalisierung, IoT und Industrie 4.0 viel zu. Man vermutet diesbezüglich in Deutschland mehr Know-how als anderswo. Ich denke, dieser „Kompetenz-Vermutung“ können wir auch gerecht werden.

Dr. Heinrich Arnold ist CEO von Detecon. (Quelle: Detecon)

Das klingt gut. Wo liegen denn die aktuellen Herausforderungen?

Technisch ist vieles möglich, und Unternehmen haben jede Menge Ideen für IoT-Projekte. Jetzt geht es darum, diese auch mit einem konkreten Geschäftsnutzen zu verbinden. Sonst bringt die beste Technik nichts. Das Gemeine daran ist: Es muss schnell gehen. Wer im Wettbewerb vorne mit dabei sein will, kann sich für ein Projekt nicht mehrere Jahre Zeit nehmen. Er muss innovativ sein, Möglichkeiten mit dem größten Nutzwert identifizieren und sie schnell umsetzen. Genau dabei möchten wir Unternehmen unterstützen. Deshalb haben wir unsere Digital Engineering Center gegründet.

Wie kann man sich ein solches Digital Engineering Center vorstellen?

In diesen Zentren möchten wir Unternehmen nicht nur dabei helfen, eine Digitalstrategie zu entwickeln, sondern auch ganz konkrete Wege für die Umsetzung aufzeigen. Wir entwickeln Prototypen oder stellen anhand von Demo-Cases Möglichkeiten dar, wie man das Thema IoT gewinnbringend umsetzen kann. Es geht darum, stärkere Brücken zu bauen zwischen Konzept, Architektur und Implementierung, sodass Kunden ihre Projekte schneller  durchführen und Mehrwerte generieren können.

Könnte man das nicht besser vor Ort bei den Unternehmen tun?

Um IoT-Projekte zu entwickeln, muss man altbekannte Bahnen verlassen und über den Tellerrand hinausschauen. Das geht besser in einer anderen, inspirierenden Umgebung. Gerade der deutsche Mittelstand ist eher zögerlich bei Innovationen. Man lässt lieber erst einmal andere die Fehler machen und startet dann selbst, wenn der Weg sicher scheint. In unseren Zentren bieten wir Unternehmen diese Sicherheit. Sie können sich quasi in einem geschützten Raum ansehen, was überhaupt möglich ist. Anschließend erarbeiten wir gemeinsam mit ihnen eine individuelle Lösung. Dabei möchten wir Unternehmen aus verschiedenen Bereichen zusammenbringen, einen engen Austausch anregen und Synergien bilden. Denn IoT-Projekte sind keine Einzelkämpfer-Disziplin, sondern erfordern Partnerschaften.

Wie viele solcher Zentren gibt es bereits?

Wir hatten zuvor schon ein Zentrum für den Netzbereich in Dresden und eines für Innovationen im Silicon Valley. Jetzt sind vier weitere Digital Engineering Center in Berlin-Schöneberg dazugekommen, je eines für Cyber Security, Data Analytics, Co-Innovation und Industrial Internet of Things (IIoT). So decken wir alle Themenbereiche ab, die für die Digitalisierung eines modernen Unternehmens wichtig sind. Beim Thema IIoT arbeiten wir dabei eng mit der Software AG zusammen.

Wie genau die Partnerschaft zwischen Detecon und der Software AG aussieht, welche Vorteile Referenzarchitekturen haben und was die IoT-Trends 2018 sind, lesen Sie in Teil 2 dieses Interviews.

Bärbel Strothmann-Schmitt

Bärbel Strothmann-Schmitt

Pressesprecherin bei Software AG
Bärbel Strothmann ist seit ihren Anfängen in der IT-Branche vor mehr als 20 Jahren schreibend unterwegs, zunächst in der Forschung und Entwicklung als technische Autorin, dann im Marketing als Creative Writer und seit 2008 auf journalistischen Wegen für den Bereich Corporate Communications der Software AG. Sie ist Mitbegründerin des Blogs, zuständig für die Social-Media-Aktivitäten des Unternehmens sowie für alle Themen rund um die Technik- und Produktkommunikation. Die Digitalisierung, ihre Auswirkungen und Chancen gehören zu ihren Lieblingsthemen.
Bärbel Strothmann-Schmitt

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