Interview mit Lucas Pedretti von Qymatix: Die Vision der intelligenten, automatisierten und lernfähigen Vertriebsdatenanalyse

Was tut sich in der deutschen Gründerszene? In unserer Interview-Serie lassen wir Startups selbst zu Wort kommen. So auch Lucas Pedretti, den Gründer und Geschäftsführer der Qymatix Solutions GmbH aus Karlsruhe. Das 2013 gegründete Startup-Unternehmen arbeitet mit 5 Mitarbeitern an innovativen Lösungen für die Vertriebsanalyse im B2B-Bereich.

Mit diesem Angebot richtet Qymatix sich vor allem an mittelständische Unternehmen, denen häufig eigene Ressourcen fehlen, um eine komplexe Datenanalyse aufzubauen und durchzuführen. Qymatix unterstützt diese Unternehmen dabei, ihre Daten in der ganzen Bandbreite zu verstehen und daraus die entsprechenden Geschäftsentscheidungen abzuleiten.

1. Herr Pedretti, bitte beschreiben Sie in fünf Sätzen Ihr Unternehmen und Ihre Geschäftsidee!
Qymatix ist ein junges deutsches Unternehmen, das eine neue Generation der automatisierten Vertriebsanalyse entwickelt. Unser Ziel ist es, eine einfach zu bedienende Lösung zur Datenvisualisierung und –analyse für den Vertrieb anzubieten. Unsere „Software-as-a-Service“-Lösung ermöglicht es Vertriebsmanagern im B2B-Bereich, anhand besserer Kundenanalysen einen deutlich höheren Unternehmenserfolg zu erzielen. Über eine Web-App können unsere Nutzer ihre Daten importieren, auswerten und sich die Analyseergebnisse anzeigen lassen. Wir arbeiten eng mit Forschungsinstituten und Beratungspartnern zusammen, um aus Markt- und Kundeninformationen die richtigen Handlungsempfehlungen für den Vertrieb abzuleiten.

2. Welche Idee steckt hinter Qymatix?
Vor 17 Jahren habe ich meine Karriere als Sales Manager begonnen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Vertriebsmanager besser agieren können, wenn sie ihre Vertriebskennzahlen kennen und verstehen. Denn wenn Sie Ihre Daten nicht interpretieren können, egal wie viele es sind oder wie schnell Sie sie gesammelt haben, sind sie wertlos. Die Analyse ist einer der wichtigsten Bestandteile der Verkaufsplanung; aber nach heutigen Standards immer noch sehr aufwendig und fehleranfällig.
Studien belegen, dass Vertriebsleiter 26 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Analyse von Daten verschwenden, denn diese erfolgt meist manuell, mit Excel oder unübersichtlichen Tabellen. Mittelständische Unternehmen können sich in der Regel jedoch keine kostenintensiven IT-Projekte oder Datenanalysten leisten, und genau dort setzen wir an. Unsere Lösung hilft Vertriebsmanagern dabei, ihre Vertriebskennzahlen besser zu verstehen und dadurch bessere Ergebnisse zu erzielen und ist für den Mittelstand erschwinglich.

3. Welche Innovation verbirgt sich hinter dieser Idee?
Auf lange Sicht werden sich Vertriebsanalyse, Kunden-Portfolio-Management und erweiterte „Predictive Analytics“-Visualisierungen zu einer neuen Teildisziplin der Künstlichen Intelligenz entwickeln. Unser SaaS-Tool vereint schon heute Datenanalyse und –qualifizierung. Die Algorithmen, die wir dabei verwenden, sind besonders innovativ und lernfähig, so dass sie sich selbst weiterentwickeln. Mit jedem neuen Kunden können wir unsere Algorithmen weiter verfeinern und werden so immer besser.
Mit unserer Lösung benötigen Vertriebsmanager keine Analysten oder Excel-Tabellen mehr, sondern nur noch unsere Web-App sowie die gesammelten Daten ihrer Verkaufstransaktionen. Diese Daten können z. B. über eine Schnittstelle zum ERP-System in die Web-App hochgeladen werden. Daraufhin analysiert unser Tool, welche Kunden das meiste Potenzial mitbringen. Dazu werden unter anderem klassische Vertriebskennzahlen wie Umsatz und Gewinn analysiert. Unsere Nutzer können ihre aktuellen Daten am Ende jeder Verkaufsperiode einpflegen. Diese werden übrigens in unserem eigenen deutschen Rechenzentrum gespeichert.
Qymatix vereint Datenwissenschaft, innovative Benutzerfreundlichkeit und Verständnis für den Vertrieb. Und wir entwickeln Qymatix konsequent weiter, damit das Leben für unsere Nutzer noch einfacher wird.

4. Welche Hürden mussten Sie als Start-up überwinden und welche Vorteile liefert Ihnen das Start-up Programm?
Im Jahr 2013 habe ich Qymatix zusammen mit Kai Reinhardt gegründet. Jeder Anfang ist schwer, denn als Startup muss man sich erst einmal Glaubwürdigkeit erarbeiten. Dabei haben uns Partnerschaften, wie zum Beispiel die mit der Software AG, sehr geholfen. Seit Mai 2015 nehmen wir am Fast-Startup-Programm teil. Im Rahmen der Partnerschaft haben wir kostenfreien Zugriff auf die Produkte aus den Technologiefeldern Big Data-Analytics, Cloud-Computing und Geschäftsprozessmanagement erhalten.
Als Startup muss man sich auch früh wichtigen Fragen – zum Beispiel zum Businessplan, zur Rechtsform, oder zu Steuern und dem Finanzamt – stellen. Hier haben wir uns immer gut beraten lassen und aktiv Partner gesucht, die an unsere Geschäftsidee glauben. Auch die Software AG hat uns in Fragen der Wachstumsstrategie, des Vertriebsausbaus und der Technologieentwicklung beraten oder uns im Rahmen von Veranstaltungen ermöglicht, unsere Lösung vorzustellen und viele gute Kontakte zu knüpfen. In Zukunft planen wir weitere gemeinsame Marketingaktivitäten und arbeiten daran, sowohl webMethods in unsere Tools zu integrieren als auch umgekehrt und so durch Co-Innovation Mehrwert zu schaffen.

5. Wie sieht Ihre Welt in fünf Jahren aus?
Unsere Vision ist, dass Qymatix in 5 Jahren der global führende B2B-Anbieter von „Predictive Analytics“ für den Mittelstand ist. Wir glauben, dass mittelständische Unternehmen einen klaren Vorsprung gegenüber Wettbewerbern haben, wenn sie ihre Vertriebsdaten verstehen. Dazu werden sie zukünftig ein breiteres Angebot an analytischen Tools benötigen. Denn nur Unternehmen, die alle Möglichkeiten der modernen und innovativen Technologien ausschöpfen, werden einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten genießen und am Markt bestehen können.

Bärbel Strothmann-Schmitt

Bärbel Strothmann-Schmitt

Pressesprecherin bei Software AG
Bärbel Strothmann ist seit ihren Anfängen in der IT-Branche vor mehr als 20 Jahren schreibend unterwegs, zunächst in der Forschung und Entwicklung als technische Autorin, dann im Marketing als Creative Writer und seit 2008 auf journalistischen Wegen für den Bereich Corporate Communications der Software AG. Sie ist Mitbegründerin des Blogs, zuständig für die Social-Media-Aktivitäten des Unternehmens sowie für alle Themen rund um die Technik- und Produktkommunikation. Die Digitalisierung, ihre Auswirkungen und Chancen gehören zu ihren Lieblingsthemen.
Bärbel Strothmann-Schmitt

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