IoT-Projekte planen: Die Technologie ist der falsche Anfang!

Allmählich wird’s langweilig: Was das IoT ist, haben Unternehmen mittlerweile zig Mal gehört: über 20 Milliarden Geräte bis zum Jahr 2020, potenzielle Umsätze in Billionenhöhe, und so weiter und so fort. Viel interessanter ist für Unternehmen doch, wie sie das IoT gewinnbringend einsetzen können.

Die meisten stehen ganz am Anfang und suchen Antworten auf diese wichtigen Fragen:

 

  • Wie kann man das IoT nutzen, um sich vom Wettbewerb zu differenzieren?
  • In welchem Unternehmenskontext funktionieren IoT-Technologien, und wie bringt man sie zum Laufen?
  • Wie muss man ein IoT-Projekt aufbauen?
  • Wie integriert man das IoT in die vorhandene IT-Infrastruktur?
  • Wie kann man sicherstellen, dass ein IoT-Projekt nicht außer Kontrolle gerät?

Die erste Regel, wenn man IoT-Technologien implementieren will, lautet: „Fangen Sie nicht mit der Technologie an!“ Ich kann nachvollziehen, dass dieser Rat aus dem Munde eines Technologieanbieters zunächst befremdlich klingt. Lassen Sie mich das erklären: Wenn man eine praxistauglichen IoT-Strategie entwickeln will, geht es zunächst einmal um Menschen und Prozesse, nicht etwa um Hardware oder Software. Technologie ist erst der dritte Schritt:

  1. Überlegen Sie sich, welche Geschäftsziele Sie anstreben.

Die erste und wichtigste Entscheidung, die Sie treffen müssen, ist: Welche Geschäftsziele wollen Sie erreichen? Dementsprechend müssen Sie sowohl den unmittelbaren Zweck der Lösung sorgfältig festlegen als auch zukünftige Geschäftsanforderungen analysieren.

Viele IoT-Projekte laufen aus dem Ruder, weil Unternehmen sich zu viel vornehmen, nicht genügend Zeit einplanen, ihre Ziele nicht definiert haben und deshalb keine messbaren Resultate erzielen. Häufig haben die Fachbereiche keine Ahnung, was sie wirklich wollen.

Ein gutes Beispiel dafür ist das erste IoT-Projekt eines Herstellers medizinischer Geräte: Man wollte ein bestimmtes Gerät überwachen, um Fehler zu erkennen und Ausfallzeiten remote zu steuern. Es stellte sich allerdings heraus, dass das Gerät bereits hoch optimiert war. Eine weitere Verfeinerung mithilfe des IoT ergab keinen Sinn, war kein erreichbares Geschäftsziel. Bei näherer Betrachtung wurde klar: Das eigentliche Ziel lag darin, zusätzliche Services für dieses Gerät anzubieten. Das bedeutet, mithilfe von IoT-Technologien festzustellen, wie das Gerät in der Praxis genutzt wird, um den Krankenhäusern dann bedarfsgerecht zusätzliche Funktionen anzubieten.

  1. Stellen Sie sicher, dass jeder – sowohl die IT als auch der Fachbereich – zu 100 Prozent hinter dem Projekt steht und dass Zuständigkeiten klar festgelegt sind.

Teamwork ist essenziell, wenn Sie Ihre neue IoT-Lösung erfolgreich implementieren wollen. Nachdem Ihre Geschäftsanforderungen und -ziele klar sind, muss das IT-Team einsteigen und die entsprechende IoT-Strategie definieren, und zwar in enger Abstimmung mit dem Fachbereich. Geschieht das nicht, können interne Konflikte und widersprüchliche Signale zum Scheitern des Projektes führen.

  1. Holen Sie einen erfahrenen Technologieanbieter mit ins Boot, aber lassen Sie sich nicht auf eine Lösung von der Stange ein.

Kaum ein Anbieter kann alle Funktionen abdecken, die zur Umsetzung einer IoT-Lösung erforderlich sind. Um diejenigen, die das von sich behaupten, sollten Sie am besten einen großen Bogen machen. Finger weg von Plattformen, die Sie an einen einzigen Provider binden, von dem Sie sich nur schwer wieder lösen können. Anstatt sich mit einer Lösung von der Stange zufriedenzugeben, sollten Sie mehrere Anbieter einbeziehen und Komponenten spezialisierter Firmen auswählen, die in ihrem jeweiligen Segment erstklassig sind. Achten Sie darauf, dass Ihr eigener Innovationszyklus nicht von dem Ihres Anbieters abhängig ist. Stellen Sie sicher, dass Sie intern das Know-how haben, um neue Technologien in ihre vorhandene Architektur einzubinden.

Wenn Sie sich an diesen Grundsätzen orientieren, sollten Sie in der Lage sein, Anwendungsfälle zu entwickeln, über die sich Ihr Unternehmen vom Wettbewerb absetzen kann. Sie können Machtkämpfe zwischen Fachbereichen und IT vermeiden und Ihr IoT-Projekt konsequent umsetzen. Sie machen Sie nicht von einem einzigen Anbieter oder Outsourcer abhängig, und Sie können sicher sein, dass sich die Reichweite und Qualität Ihrer IoT-Strategie kontinuierlich verbessern.

Sie interessieren sich für die neueste Technologien im Bereich IoT? Treffen Sie die Software AG und ihre Innovationspartner auf der Innovation Tour 2017. Alle Infos zur Digitalisierungskonferenz finden Sie hier.

Wolfgang Beeck

Wolfgang Beeck

CTO DACH bei SoftwareAG
Wolfgang Beeck, Jahrgang 1966, begann seine Tätigkeit bei der Software AG im Januar 2014 als CTO DACH.
Sein Bereich verantwortet alle technischen und inhaltlichen Vertriebsaktivitäten in der Region und die strategische Verzahnung von Kundenanforderungen und der Weiterentwicklung der Software AG Produktpalette.
Er verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche, davon 20 Jahre in leitenden Funktionen.
Nach dem Studium der Elektrotechnik in Stuttgart arbeitete er bei der Deutschen Bank in Frankfurt undNew York, wo er unter anderem als Programmmanagerim BI- und DWH Umfeld tätig war.
Vor seiner Tätigkeit bei der Software AG, war er Senior Manager für die Produktbereiche Information Management & Websphere bei der IBM Deutschland GmbH, wo er für die gesamtetechnische Vertriebsorganisation zuständig war.
Wolfgang Beeck

Letzte Artikel von Wolfgang Beeck (Alle anzeigen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.