Strategie und Taktik für die Digitalisierung

Was haben die Schlacht von Trafalgar und eine erfolgreiche Digitalisierung gemeinsam? Beide nutzen eine innovative Strategie und agile Methoden. So wie Nelson seine Schiffe flexibel einsetzte und damit siegte, können auch Unternehmen ihre bestehende Infrastruktur zu einer zukunftsfähigen IT machen.

Aus historischen Strategien und Taktiken können wir viel für das moderne Geschäft lernen. So gilt die Schlacht von Trafalgar noch heute als strategische Meisterleistung. Mit einer kleineren Flotte und deutlich weniger Feuerkraft gewann Nelson gegen die französisch-spanische Armada. Wie ihm das gelang? Nelson löste sich aus althergebrachten Denkmustern seiner Vorgänger und ersann eine innovative Strategie. Er nutzte seine vorhandene Infrastruktur flexibel, um diese umzusetzen. Voraussetzung hierfür war die Agilität der einzelnen Einheiten (Schiffe), ihrer Komponenten (Geschütze) sowie die Zusammenarbeit der gut ausgebildeten (kompetenten) Mannschaften.

Strategisch denken – agil handeln

Genau diese Methoden wendet auch eine erfolgreiche Digitalisierung an. Während früher große Teams in langen Zyklen an großen Anwendungsblöcken arbeiteten, setzt die Digitalisierung auf kompetente kleine Gruppen, die möglichst kleine unabhängige Funktionsblöcke entwickeln. Dies erlaubt ein flexibles und agiles Vorgehen, was die Voraussetzung für schnelle Innovation ist. Das Ganze erfolgt im Rahmen einer Strategie. Digitalisierung ist ein gemeinsames übergreifendes Ziel, das von allen Mitarbeitern getragen und gelebt wird. Dafür müssen Unternehmen prinzipiell umdenken, wie sie Software entwickeln, ausliefern und betreiben. In einer digitalisierten Firma werden IT-Lösungen dynamisch aus unabhängigen Bausteinen (Microservices, Benutzeroberflächen, APIs etc.) zusammengesetzt. Kleine Einheiten können schneller und flexibler geändert werden, und durch die Modularität lassen sich auch die zusammengesetzten Lösungen schneller und flexibler erstellen oder anpassen.

(c) Software AG

Die bestehende Infrastruktur flexibler einsetzen

Genau wie Nelson seine Flotte nicht aus dem Nichts neu produzierte, sondern mit der gegebenen „Infrastruktur“ arbeiten musste, haben die meisten Firmen heutzutage bereits eine vorhandene IT-Infrastruktur, die die benötigten Funktionen bereitstellt. Wie also kann man damit eine flexible IT erreichen, ohne das tägliche Geschäft zu beeinträchtigen?

1) Zunächst gilt es, die vorhandenen Assets zu erkennen und die fachlichen Funktionen, Funktionsblöcke und Abläufe zu identifizieren, die in ihnen realisiert sind.

2) Mittels Entkopplung werden diese dann in einer einheitlichen Schicht zur Verfügung gestellt, während die echte Fachlichkeit noch in den vorhandenen Fachanwendungen realisiert wird.

3) Nun lassen sich die Komponenten der Serviceschicht schnell und flexibel zu neuen Benutzeroberflächen, Kanälen und Prozessen zusammenstellen.

4) Sind die wirklich benötigten Services ausdefiniert und funktionell eingebunden, kann man die Plattform mit neuen Funktionen anreichern sowie vorhandene nach und nach in echte Microservices überführen.

Verschiedene Ausprägungen von Microservices

Nicht in allen Fällen ist es sinnvoll, komplette Fachanwendungen in echte Microservices zu überführen. Tatsächlich haben sich drei typische Ausprägungen herausgebildet:

  • Facade Only: Die Fachlogik bleibt komplett in selbst entwickelten oder gekauften Anwendungen. Schritt 4 wird in diesem Fall nur für übergreifende/ergänzende Logik durchgeführt.
  • Mixed: Einzelne Fachanwendungen bleiben erhalten, andere werden abgelöst und in Microservices überführt.
  • Full Replacement: Sämtliche Fachlogik wird nach und nach in Microservices überführt.

Digitalisierung ist nicht kleinen Startups vorbehalten, die ihre IT von Grund auf neu entwickeln. Mit der richtigen Strategie und Einstellung lässt sich auch eine bestehende Landschaft zur Basis einer innovativen, zukunftsfähigen Plattform machen. Die wichtigste Voraussetzung ist, die vorhandenen Assets flexibler einzusetzen. Dafür müssen Unternehmen umdenken und sich von alten Mustern lösen.

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Martin Wroblinski

Martin Wroblinski

Business Architect bei Software AG
Martin Wroblinski ist Business-Architect bei der Software AGund begleitet in dieser Rolle strategische Kunden. Vor seiner Tätigkeit für die Software AG war er 15 Jahre Projektleiter und Enterprise Architekt in verschiedenen Bankhäusern. In diesen Rollen begleitete und verantwortete er insbesondere die Einführungen von SOA und BPM-Architekturen.
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