Versicherungen starten durch mit IoT

Die Einbindung des Internet of Things in das eigene Geschäftsmodell hat man bisher eher bei Industrieunternehmen wie Bosch oder Siemens gesehen. Versicherungen, speziell in Deutschland, waren bisher eher zurückhaltend. Doch das wird sich schon bald ändern.

Eine aktuelle Studie von IDC zeigt, dass IoT-Projekte nun auch bei Versicherungen angekommen sind. Denn auch in dieser traditionsreichen Branche gibt es zahlreiche Anwendungsfälle, bei denen die Anbindung von Geräten und die Erhebung und Auswertung von Sensor-Daten eine zentrale Rolle spielen.

Laut IDC planen 85 Prozent der befragten Banken und Versicherungen für 2018 die Umsetzung von mindestens einem neuen IoT-Projekt. 77 Prozent haben sogar bereits ein festes IoT-Budget eingeplant.

In Deutschland gehören die Generali Versicherungen mit mehreren Angeboten, die allesamt Daten aus dem Internet of Things beziehen, zu den Vorreitern. Generali Vitality bindet Fitness-Tracker in Risikolebens- und Erwerbs-/Berufsunfähigkeitsversicherungen ein; Generali Domocity erweitert die Hausratversicherung und Generali Mobility ist eine Telematik-Lösung, die dem Fahrer kontinuierlich Feedback zu seinem Fahrstil gibt.

Internationale Anbieter gehen mit ihrem Portfolio noch einen Schritt weiter: AIA Insurance bietet Kunden in Singapur neben Fitness-Trackern weitere Angebote an, um ihre Kunden zu einem gesünderen Lebensstil zu bewegen: Versicherte erhalten beispielsweise Zugang zu Fitness-Clubs und Lokalen mit gesundem Essen. Beam Dental aus den USA bietet seinen Kunden Rabatte auf die Beiträge für ihre Zahnversicherung, wenn sie regelmäßig elektrische Zahnbürsten nutzen.

Für solche innovativen Services benötigen Versicherungen eine einheitliche Plattform, die mehrere Möglichkeiten bietet:

  • die Anbindung und Verwaltung von Geräten (Sensoren)
  • das Sammeln und Analysieren von Daten
  • die Integration von neuen Angeboten in die (vorhandenen) Prozesse und Systeme
  • die Anwendung von Analyse-Modellen auf die Daten der Kunden.

Das Ziel muss dabei sein, von der statischen Momentaufnahme von Kundendaten (wie man sie bisher für die Policierung betrieben hat) wegzukommen und stattdessen dynamisch und möglichst in Echtzeit Erkenntnisse zu gewinnen und diese an den Versicherungskunden zurückzugeben.

Nur wenn sie einen echten Mehrwert bieten, werden Versicherungen für den Kunden interessant und relevant. Durch neue datenbasierte Angebote können Versicherungsanbieter außerdem bei der Vermeidung von Schäden mitwirken, anstatt diese nur zu regulieren. Das IoT schafft eine echte Win-Win-Situation für beide Seiten.

Mehr über die Digitale Transformation von Versicherungen erfahren Sie auf unserer Webseite.

Steffen Lorenz

Principal Consultant bei SAG Deutschland GmbH
Steffen Lorenz arbeitet als Principal Consultant für die SAG Deutschland GmbH. Als Diplom-Wirtschaftsinformatiker beobachtet und bewertet er aktuelle Wirtschaftstrends, individuelle Kundenanforderungen und neueste Technologien.
Als Experte schreibt Steffen Lorenz über Lösungsstrategien zur erfolgreichen Transformation in Richtung Digitales Unternehmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.