Vom stationären Handel zur Multi-Kanal-Strategie – der Handel im Wandel

Der moderne Kunde schätzt den Komfort, online und mobil, rund um die Uhr das beste Angebot erhalten zu können. Dadurch macht E-Commerce dem stationären Handel immer mehr Marktanteile streitig. Die Frage ist: Wie können Handelsunternehmen wettbewerbsfähig bleiben? Zum einen, indem sie ihre klassischen Stärken optimieren, allen voran: die direkte physikalische Verfügbarkeit der Waren. Und zum anderen, indem sie sich digitale Technologien zunutze machen, um Kunden Mehrwerte zu bieten.

„Standard statt Wildwuchs“: Heterogene IT-Landschaft harmonisieren. Mit diesem Ziel hat ein großes deutsches Lebensmittel-Handelsunternehmen mit Filialstruktur sich dazu entschlossen, ein neues Warenwirtschaftssystem einzuführen und die gesamte IT-Landschaft weitestgehend zu standardisieren. Die zentral damit verbundene Aufgabe war es, die relevanten, heterogen gewachsenen, dezentral verteilten IT-Systeme an das Enterprise Resource Planning (ERP) anzubinden und bestehende wie neue Prozesse und Funktionen zu integrieren. Um diese Herausforderung zu bewältigen und Zukunftssicherheit zu gewährleisten, entschied sich das Unternehmen für eine marktführende Standardsoftware für Integrations- und Business Process Management. Zunächst wurde die erforderliche Infrastruktur implementiert, um Filialen, Lager- und Handelsgesellschaften sowie alle IT-Systeme integrieren zu können. Damit werden die Daten nun zentral synchronisiert, verteilt und können in Echtzeit verarbeitet werden, sodass das Handelsunternehmen unverzüglich auf Trends und Unregelmäßigkeiten reagieren kann.

Sekunden statt Stunden: Datensynchronisation in Echtzeit
Das Handelsunternehmen profitiert von einer höheren Agilität und kann schneller auf neue Anforderungen reagieren. Durch die Harmonisierung der Schnittstellen und Daten lassen sich neue Systeme deutlich schneller als bislang anbinden. Das Unternehmen ist zudem in der Lage, vom tagesaktuellen Austausch von Filialdaten auf Echtzeit-Abgleich umzustellen.

Die höhere Prozesseffizienz steigert die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmen und wirkt sich positiv auf den Kundenservice aus: Wenn ein Kunde vor Ort oder an der Service-Hotline beispielsweise nach einer Verkaufsaktion einen Aktionsartikel reklamieren wollte, musste er bislang damit rechnen, dass kein Austauschartikel verfügbar war. Der Mitarbeiter konnte nur mit hohem Aufwand feststellen, in welcher Filiale der Artikel vorrätig war. Dank des Echtzeit-Datenabgleichs mit allen Filialen ist dies jetzt innerhalb kürzester Zeit möglich. Die Echtzeit-Verfügbarkeit der Filialinventur ist zudem Voraussetzung für die „Vendor-Managed-Inventory-Strategie“ der Handelskette. Herstellern werden nun Daten in Echtzeit zur Verfügung gestellt, damit diese sich um die zeitnahe Befüllung und Sortimentsplatzierung kümmern können.

Integrierte anstatt isolierte Multi-Kanal-Strategie: Die digitale Zukunft des stationären Handels
Die Integrationsplattform wappnet das Handelsunternehmen zudem für die Herausforderung, künftig mit der starken Konkurrenz aus dem Web Schritt zu halten. Hierfür ist es von zentraler Bedeutung, neue Technologien im Kontext eines integrierten Multi-Kanal-Ansatzes einzusetzen und in stationäre Verkaufslokale zu integrieren. Bislang ist der Kunde im stationären Handel ohne Kundenbindungsprogramme größtenteils anonym. Der Anbieter kennt weder seine Interessen, noch weiß er, welche Produkte er sich ansieht, regelmäßig kauft oder gerade gekauft hat. Die Integration der Daten von allen Endpunkten, an dem das Unternehmen mit Kunden in Kontakt tritt, versetzt den Handel in die Lage, mobile, stationäre und Online-Angebote miteinander zu vernetzen und diese umsatzsteigernd zu nutzen. Das Handelsunternehmen kann seinen Kunden durch die Echtzeit-Verfügbarkeit der aktuellen Artikelbestände über die Filialen hinweg beispielsweise die Möglichkeit bieten, Produkte online zu kaufen und in der nächstgelegenen Filiale abzuholen. Lebensmittelhändler können Kunden bei der Kaufentscheidung mit mobilen Apps begleiten, indem sie Zusatzinformationen, Komplementärprodukte oder einen Sonderrabatt anbieten, und zusätzlich die optimale Warenpositionierung auf Basis des Einkaufsverhaltens anpassen.

Durch integrierte IT-Infrastrukturen sind Handelsunternehmen in der Lage, unverzüglich auf Trends zu reagieren, die Kundenzufriedenheit zu steigern und sich Marktanteile zu sichern. Auf dieser Basis können auch mobile Anwendungen und Onlinekanäle in das Angebot integriert werden – dem Spielraum kreativer Geschäftsideen sind hier kaum Grenzen gesetzt. Der stationäre Handel profitiert von der innovativen Nutzung der Technologien, eröffnet neue Absatzmöglichkeiten und stellt sich zukunftssicher auf.

Marco Link

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Account Executive bei SAG Deutschland GmbH
Dr. Marco Link arbeitet als Account Executive für die SAG Deutschland GmbH. Als Experte für die Branchen Retail, Manufacturing und Automotive schreibt er über die verschiedenen Themenfelder in diesen Branchen.
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